Saaten – Aufbruch und Aphorismen

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich eine Sprache, in der Blumen die Rolle ganzer Bedeutungsgruppen übernahmen. Diese Blumensprache diente Liebespaaren dazu, sich Nach- richten zukommen zu lassen. Die Idee diese Sprache mit der Philosophie zu verknüpfen, ist naheliegend: Auch in der Philosophie geht es um die Übermittlung von Nachrichten, dem Namen nach wird in der Philo-Sophia aus Liebe zur Weisheit nach ihr gesucht.

In diesem Band wollen wir – eine Gruppe von AutorInnen in und um Zürich – der Weisheit Liebe gewähren, die andersweitig nicht überlebensfähig gewesen wäre: Unseren hingekritzelten, eingefallenen, erleuchtenden, abwegigen Gedanken. Diese Gedanken wollen wir nicht abtun, nicht wegwerfen, nicht vergessen (mögen sie auch alle falsch sein), denn all diese Ideen entsprangen doch Momenten, in denen die schreibende Person von deren Wahrheit überzeugt war. Diese persönlichen, zeitgebundenen Ansichten sind gleich- sam ein Zeugnis unseres Denkens, nicht des akademischen, sondern des eigenen, alltäglichen. Es geht um die Früchte des Versuches, sich selbst und die Welt zu verstehen.

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